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We did it! - Aubing - Lago di Garda an einem Tag!


By Alexander - Posted on 23 Juli 2013

Ciao ragazzi!

Der RSF Aubing hat es geschafft! Die Cappuccino-Runde an den Gardasee war von Erfolg gekrönt und alle Mitstreiter haben es geschafft das Glitzern des Sees im Abendlicht mit eigenen Augen zu sehen, auch wenn es manchen zu später Stunde um 20 Uhr schon schwer gefallen ist diese offen zu halten. Die 385 km lange und mit 2400 hm gespickte Tour hatte es wahrlich in sich und war von Höhen und Tiefen wie auch Kälte und Hitze geprägt.

Wir trafen uns in Aubing an der Kirche St. Quirin, wo sich schon erste Unterschiede im Packstil und vor allem in der Packmenge der einzelnen Rucksäcke abzeichneten. Während die einen versuchten ihren Rucksack möglichst leicht und klein zu halten, um während der 15 stündigen Fahrt den Rücken spürbar zu entlasten, sah es bei anderen aus als wollten sie zwischendurch campieren und haben dafür ihr 5-Mann Zelt eingepackt. Da es ja pünktlich losgehen sollte, war auch keine Zeit mehr für große Änderungen und so machten wir uns auf den Weg Richtung Starnberger See. Die Atmosphäre wenn man nachts mit sechs hellen Scheinwerfern über die Felder radelt ist schon was Besonderes und hat seinen ganz eigenen Reiz, wenn nicht schon nach den ersten 10 km plötzlich ein lautes Knaxen die angenehme Stille der Nacht durchbricht. Sofort fielen die Augen auf Malti unseren Kraftprotz, der mit alle seiner Kraft und seinem Gewicht es endlich geschafft hat seinen Carbonrahmen mürbe zu machen und fortan fehlte ein Stück an seinem Sattelrohr. Sein Sattel hat sich ab diesem Zeitpunkt einfach noch mehr bewegt, als er es sonst schon tat, bis sich unser Edelschrauber Manni dem Radl annahm und das Beste aus dem Rest Plastik gemacht hat, sodass einer Weiterfahrt nichts im Wege stand. Bei merklich kühler werdenden Temperaturen ging es am Starnberger See vorbei Richtung Wolfratshausen und von dort zur ersten ernst zu nehmenden Bergwertung am Kesselberg. Nach dem Meistern dieses Anstieges radelten wir vom Walchensee Richtung Mittenwald langsam dem Sonnenaufgang entgegen. Je weiter wir in die Berge fuhren, desto kälter wurde es, sodass wir alles anziehen mussten was in die Rucksäcke passte um bei den 8 Grad nicht zu frieren. Die erste Tankstelle nach Mittenwald war unser Zwischenziel, wo wir unseren ersten warmen Cappuccino trinken und uns mit Sandwiches stärken konnten. Um 6:00 Uhr waren wir dann schon am Zirler Berg, auf dessen Abfahrt es beim Malti den ersten Platten gab. Da Malti ja unser Kraftprotz ist und einiges an Gewicht mitbringt, dachte man zuerst an einen Bremsplatten, was sich, wie später zu lesen, jedoch als falsch herausstellte. Nachdem dieser Defekt schnell behoben war radelten wir in den ersten wärmenden Sonnenstrahlen Innsbruck entgegen, wo der nächste Platten wartete. Wieder hat es Malti erwischt und nach genauerer Kontrolle des ziemlich eckigen Mantels war auch gleich ein kleines Stück in diesem ausgemacht. Also neuen Mantel aufgezogen und ab in den Anstieg zum Brenner. Gemächlich ging es Italien entgegen, wo wir uns in Gossensaß den obligatorischen ersten italienischen Cappuccino mit Apfelstrudel gönnten. Auf der Abfahrt dorthin hatte der Malti aber schon wieder einen Platten, was die anderen Mitfahrer jetzt schon sehr stutzig werden ließ. Nach genauer Kontrolle der Felge stach sofort das total verschobene und verdrehte Felgenband ins Auge, was auch die Ursache für den ersten Platten gewesen sein muss. Da wir kein Ersatzfelgenband dabei hatten, musste ein Radlgeschäft her. Zum Glück saßen zwei nette Südtirolerinnen im selben Cafe. Also ist der Präsi gleich mit seiner unwiderstehlich charmanten Art hin und hat die zwei Damen bezirzt und konnte auch gleich eine Mitfahrgelegenheit zum nächsten Radladen bei der Daniela für unseren "schiachsten" klarmachen. In der Zwischenzeit hat sich der Rest gestärkt und nach einer Stunde konnte es weitergehen. Es lagen 50 km sanfte Abfahrt vor uns, die uns aber durch starken Gegenwind nicht so richtig in Fahrt kommen ließ. Da einem nach mittlerweile 200 km die süßen Energieriegel und -gels schon aus dem Hals hangen, musste etwas Herzhaftes her. In Brixen wurden sogleich Vinschgerl und würzige Kaminwurzen gekauft. Frisch gestärkt für die restliche Abfahrt Richtung Bozen sind wir mit ordentlichen Tempo und immer heißer werdenden Temperaturen bis Auer durchgefahren. Die heißen und windigen Bedingungen kosteten allen Mitfahrern ordentlich Körner und mittlerweile zeichneten sich die Strapazen auch in den Gesichtern ab. Zusätzlich kam jetzt auch langsam die Müdigkeit ins Spiel, nachdem wir schon seit bald 14 Stunden unterwegs waren und vorher nicht wirklich viel geschlafen hatten. Immer wieder hörte man einen Satz "I bin fei sooo miad, sooo miad war ich noch nicht mal beim Bund". Es kam einem vor, als würde einen der Satz verfolgen und doch kam er immer nur aus einem Mund, ge Präsi? Bezeichnend ist sein Nickerchen vor dem Supermarkt kurz vor Trento wie auf dem Bild zu sehen.

Der Radlweg entlang der Etsch tat sein Übriges zu den eh schon schwierigen klimatischen Bedingungen. Immer geradeaus, mal links vom Fluss, mal rechts vom Fluss, wurde nun auch die mentale Stärke gefordert. Nach beständigem Pedalieren war endlich Rovereto in Sicht und es lagen nun nur noch die letzten Höhenmeter hinüber zum Gardasee vor uns. Diese stellten aber keine größeren Probleme mehr dar und waren eine willkommene Abwechslung zum Radweg an der Etsch. Um 20 Uhr erreichten der Präsi, Malti, Manni, Piwi, Michi und Alex den Gardasee. Da alle mehr als platt waren ging es nur noch ins Hotel und dann ab zum Essen mit Rotwein und Grappa. Drei der Mitfahrer verabschiedeten sich schon am Sonntag nach München, während die restlichen drei sich einen schönen Tag am Gardasee machten und abends in der Windsbar den einen oder anderen Mojito auf die gelungene Fahrt tranken (Danke Karl!).

Die Tour war ein tolles Erlebnis und alle werden noch oft daran zurückdenken. Nicht nur wegen den noch tauben Fußzehen und sonstigen Wehwehchen.

Alex

Ein sehr schöner Bericht, der die Geschehnisse kurz und knapp umreißt. Ich möchte mich an dieser Stelle für die Organisation bei unserem Wetterfrosch bedanken. War alles supi! Und natürlich auch ein dickes Lob an unser 6er-Gruppetto. Es ist nicht selbstverständlich, dass es über nahezu 400km so harmonisch zugeht, wie es bei uns der Fall war. Es hat riesigen Spaß gemacht - bis auf die Schmerzen vielleicht. Selbst unser Manni, das sprechende Maschinengewehr, war hinten raus nicht mehr ganz so mitteilungsbedürftig. Muss wohl an der Hitze gelegen haben, mein Mund war auch recht trocken. Ein Fall für den Psychiater wird sicherlich der nie enden wollende Etschtalradweg sein. Muss erstmal ne Doppelstunde buchen, um die Geschehnisse sauber aufarbeiten zu können. Für mich die größte Leistung hat dennoch unsere Honig-Biene "Malti" erbracht. In Sterzing schwer gezeichnet, hat er anstandslos auch noch die letzten 200km heruntergespult. Das riecht nach mehr. Man munkelt, er würde im nächsten Jahr nochmal angreifen wollen :-)

Ganz ehrlich, ich hatte noch nie so viel Schmerz am und im Körper, wie nach dieser gemütlichen Cappuccino-Runde. Unser Abendessen konnte ich gar nicht so richtig genießen, obwohl die Lokalität sehr gut war. Irgendwie hatte ich ja doch nur Lust auf ein klebriges Gel und einen verstaubten Riegel.

Und zum Glück hat unser Präsi auf den letzten 15km noch die Ehre der RSF-Radler gerettet. Ein frecher einheimischer Italiener schaukelte mit seinem Mountainbike ganz easy an unserem Gruppetto vorbei. Wir nahmen das in dieser Phase des Rennens sportlich gelassen - bis auf einen! Unser Präsi mobilisierte die letzten Körner (er wollte vermutlich nur seiner Müdigkeit einen Streich spielen, denn er war immer noch sooo miad) und federte im Stakkato dem dreisten Mountainbiker hinterher. Diese Doppelbestrafung (Mountainbiker und noch schneller am Berg) musste sofort unterbunden werden. Koste es was es wolle. Standesgemäß wurde er vom Präsi gestellt und der Mountainbiker war um eine Abendgeschichte ärmer. Unser Präsi..., der alte Bluthund :-)

In diesem Sinne..., bis zur nächsten "kleinen" Ausfahrt

Piwi

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